Rezension II „Das Lager“

Rezension / Review

Höllrigl, Sigrun: Das Lager : Roman / Sigrun Höllrigl. – Graz : Keiper, 2016. – 206 Seiten ; 21 cm
ISBN 978-3-902901-18-7 fest geb. : EUR 19.36

Paul Friess, ein unauffälliger Bibliothekar, wird Opfer einer Entführung. Zumindest glaubt er
das. Er verschwindet und kehrt, nach seiner Meinung 20 Tage später, nach der Aussage
seines Umfeldes 14 Tage später wieder zurück. An seine Zeit in einem Lager kann er sich
genau erinnern, wie er jedoch dorthin kam, entzieht sich seiner Kenntnis. Er versucht dem
Geschehen auf den Grund zu gehen und sein Leben gerät dadurch aus den Fugen. Bald
vermutet er eine Schattenregierung hinter der Regierung, die den Staat aus dem Hintergrund
steuert. Aufklären kann auch eine wiederholt durchgeführte Hypnose die Geschehnisse
nicht. Die Grundstimmung von Höllrigls neuem Roman (vgl. zuletzt ID-B 23/15) ist kafkaesk.
Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen. Die unheimliche Bedrohung wird
nicht aufgelöst, sondern bis zum Ende des Romans aufrecht erhalten. Die Sprache ist jedoch
leicht verständlich und der Satzbau klar, sodass es dennoch leicht ist dem Geschehen zu
folgen.

Mareike Liedmann

ekz.bibliotheksservice GmbH | Bismarckstraße 3 |  72764 Reutlingen | März 2017

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